Besuchte Seiten:
»
Fachartikel
Machen Sie mit ...
mehr
Fachartikel
Rundherum passend
Wenn kleine Beschwerden die Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen I Ergonomische Gestaltung des Arbeitssystems kann helfen
von von Dr. Christoph Esser | aus Akzente 4/2006
Wer bei Sortierarbeiten am Band ständig mit gebeugtem Rücken arbeiten muss, bekommt irgendwann Verspannungen und Rückenschmerzen - und irgendwann fällt er deswegen vielleicht sogar aus. Ausfälle und Krankheitstage, die mit ergonomischen Defiziten im Arbeitssystem zusammenhängen, sind häufig. Eine ergonomische Gestaltung von Arbeitsabläufen und Arbeitsplätzen hilft, sie zu vermeiden und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten.
Nacken- und Schulterschmerzen werden am häufigsten genannt. Bei 67 % der Frauen und 55 % der Männer treten diese gesundheitlichen Beschwerden an Arbeitstagen häufig auf. Und das bei älteren und jüngeren gleichermaßen. Diese Zahlen nennt der aktuelle Bericht »Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2004« (siehe Kasten oben). Kreuzschmerzen werden mit durchschnittlich 58,3 % angegeben. Männer sind etwas stärker betroffen als Frauen und ab 45 Jahre treten diese Beschwerden vermehrt auf. 37,8 % der Befragten leiden an Arbeitstagen an Kopfschmerzen. Außerdem nannten sie vorzeitige Müdigkeit, Augenschmerzen/ Augenbrennen, hohe Angespanntheit, Nervosität/Reizbarkeit, Einschlafstörungen und Schlafstörungen. Die genannten Beschwerden sind die Antwort auf unzureichende Bedingungen, die im Arbeitssystem angetroffen werden. Sie gehen auf arbeitsbedingte Belastungen und Beanspruchungen zurück, die sich dem Oberbegriff »arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren« zuordnen lassen.
Ein schleichender Prozess
Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren als Bedingungen des Arbeitssystems wirken ständig auf den Menschen ein, ohne dass zunächst eine Auswirkung erkennbar ist. Auf Dauer können sie jedoch zu Beschwerden und Gesundheitsbeeinträchtigungen bis hin zu arbeitsbedingten Erkrankungen führen. Können die Beschwerden nämlich durch Ausgleichsaktivitäten nicht abgebaut werden, so kann es zu einer Überlastung kommen, die sich in einer Krankheit äußert. Nacken- und Schulterschmerzen können sich z.B. entwickeln, wenn bei Arbeitsplätzen mit ausgeprägter Handarbeit, wie Kommissionierplätze für händisch zusammengestellte Mischsortimente, Gemüseputzplätze oder Produkteinlegebereiche in Verpackungen, die Arbeitsplatzmaße nicht zu den Körpermaßen des dort arbeitenden Mitarbeiters passen. Das führt dazu, dass er dort in einer unnatürlichen Körperhaltung (Zwangshaltung) arbeiten muss. Kreuzschmerzen können z.B. auftreten, wenn die Arbeitshöhe zu niedrig ist und der Mitarbeiter dadurch immer mit leicht gebeugter Haltung arbeiten muss. Eine unnatürliche Körperhaltung muss ein Mitarbeiter aber z.B. auch einnehmen, wenn das Bedienfeld einer Maschine so ungünstig zu gleichzeitig abzulesenden Informationen angeordnet ist, dass er sich verbiegen muss.
Den aktuellen Bericht »Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2004« finden Sie beim deutschen Arbeitsschutznetzwerk: http://de.osha.eu.int./statistics/statistiken
von von Dr. Christoph Esser | aus Akzente 4/2006
Wer bei Sortierarbeiten am Band ständig mit gebeugtem Rücken arbeiten muss, bekommt irgendwann Verspannungen und Rückenschmerzen - und irgendwann fällt er deswegen vielleicht sogar aus. Ausfälle und Krankheitstage, die mit ergonomischen Defiziten im Arbeitssystem zusammenhängen, sind häufig. Eine ergonomische Gestaltung von Arbeitsabläufen und Arbeitsplätzen hilft, sie zu vermeiden und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten.
Nacken- und Schulterschmerzen werden am häufigsten genannt. Bei 67 % der Frauen und 55 % der Männer treten diese gesundheitlichen Beschwerden an Arbeitstagen häufig auf. Und das bei älteren und jüngeren gleichermaßen. Diese Zahlen nennt der aktuelle Bericht »Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2004« (siehe Kasten oben). Kreuzschmerzen werden mit durchschnittlich 58,3 % angegeben. Männer sind etwas stärker betroffen als Frauen und ab 45 Jahre treten diese Beschwerden vermehrt auf. 37,8 % der Befragten leiden an Arbeitstagen an Kopfschmerzen. Außerdem nannten sie vorzeitige Müdigkeit, Augenschmerzen/ Augenbrennen, hohe Angespanntheit, Nervosität/Reizbarkeit, Einschlafstörungen und Schlafstörungen. Die genannten Beschwerden sind die Antwort auf unzureichende Bedingungen, die im Arbeitssystem angetroffen werden. Sie gehen auf arbeitsbedingte Belastungen und Beanspruchungen zurück, die sich dem Oberbegriff »arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren« zuordnen lassen.
| BERICHT DER BUNDESREGIEREUNG |
|---|
| »Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2004« Der Bericht der Bundesregierung enthält die Ergebnisse einer Befragung von über 5.000 repräsentativ ausgewählten Beschäftigten aus allen Wirtschaftszweigen. Unterschieden wurde zwischen Frauen und Männern und zwischen den Altersgruppen jünger/älter als 45 Jahre. |
| Die am häufigsten genannten Beschwerden an Arbeitstagen waren: |
| 67 % (F), 55 % (M) Nacken- und Schulterschmerzen: |
| 58,3 % Kreuzschmerzen: |
| 37,8 % Kopfschmerzen: |
| 36,9 % Vorzeitige Müdigkeit: |
| 22,5 % Augenschmerzen/-brennen |
| Außerdem: |
Ein schleichender Prozess
Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren als Bedingungen des Arbeitssystems wirken ständig auf den Menschen ein, ohne dass zunächst eine Auswirkung erkennbar ist. Auf Dauer können sie jedoch zu Beschwerden und Gesundheitsbeeinträchtigungen bis hin zu arbeitsbedingten Erkrankungen führen. Können die Beschwerden nämlich durch Ausgleichsaktivitäten nicht abgebaut werden, so kann es zu einer Überlastung kommen, die sich in einer Krankheit äußert. Nacken- und Schulterschmerzen können sich z.B. entwickeln, wenn bei Arbeitsplätzen mit ausgeprägter Handarbeit, wie Kommissionierplätze für händisch zusammengestellte Mischsortimente, Gemüseputzplätze oder Produkteinlegebereiche in Verpackungen, die Arbeitsplatzmaße nicht zu den Körpermaßen des dort arbeitenden Mitarbeiters passen. Das führt dazu, dass er dort in einer unnatürlichen Körperhaltung (Zwangshaltung) arbeiten muss. Kreuzschmerzen können z.B. auftreten, wenn die Arbeitshöhe zu niedrig ist und der Mitarbeiter dadurch immer mit leicht gebeugter Haltung arbeiten muss. Eine unnatürliche Körperhaltung muss ein Mitarbeiter aber z.B. auch einnehmen, wenn das Bedienfeld einer Maschine so ungünstig zu gleichzeitig abzulesenden Informationen angeordnet ist, dass er sich verbiegen muss.
Den aktuellen Bericht »Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2004« finden Sie beim deutschen Arbeitsschutznetzwerk: http://de.osha.eu.int./statistics/statistiken
Seiten-ID: 8590.18289.1
Letzte Änderung: 04.10.2007

Fehlermelder
Impressum
